Liebes Tagebuch.

Shooting

Ich glaube alles im Leben ist Schicksal. Alles Gute und Schlechte macht uns genau zu DEM, was und wer wir heute sind. Als kleines Kind war ich sehr schüchtern, sehr unsicher. Doch ich hatte schon früher das Bedürfnis etwas „anders“ zu sein. Mit 13 hatte ich bereits meinen ganz persönlichen Stil. Nein – er war keinesfalls gut, doch er war anders. Heutzutage ist „Anders“ ja eher das neue „Normal“.

In Berlin habe ich meinen Ruhepol gefunden. Die Stadt ist so lebendig, so anonym, so wild und so verrückt. Und genau das bin ich auch. Ich liebe die wilden Nächte, bis in den Morgen zu tanzen. Ich liebe es durch die Stadt zu laufen und nur „Eine von Vielen“ zu sein. Ich liebe es Richtung Mitte zu fahren und schon den Fernsehturm aus der Ferne zu sehen. Ich liebe die vielen Menschen und all die Gesichter, die ich wohl nie wieder sehen werde. Ich liebe die kleinen Cafés, die ihren ganz eigenen Charme haben. Ein bisschen Hipster, ein bisschen cool, ein bisschen modern und natürlich clean und healthy. Ich liebe es auf den Flohmarkt zu fahren und zu sehen, wie sich all die vielen Kulturen an einem Ort versammeln. Ich liebe es den Sonntag im Haubentaucher zu verbringen und einfach die Musik und die Sonne zu genießen. Ich liebe es den Kudamm entlang zu laufen, mit meinem Starbuchs in der Hand, und all diese vielen Menschen um mich herum. Und ich liebe am meisten das Gefühl, all diese Dinge jeden Tag tun zu können.

berlin
Monkeybar – Kudamm

Doch Berlin macht auch einsam. Als ich letztes Jahr nach Berlin gezogen bin, ging es mir persönlich ziemlich schlecht. Vieles in meinem Leben hat sich verändert und manchmal trifft man Entscheidungen hinter denen niemand steht. Über solche Dinge redet man natürlich nicht und schon gar nicht in bekannten Sozialen Netzwerken. Man hat nämlich ein Image zu verkörpern und Schwäche ist schlecht. Nein – stark muss man sein! Also hab ich ein perfektes Selfie und ein Glas Moet gepostet. Gegen Liebeskummer hilft auch gern eine traurige Quote auf Instagram.

Manchmal findet man sein Glück nicht in den Dingen, die Andere für richtig halten. Man muss Entscheidungen treffen, man muss scheitern, man muss weinen, man muss nach vorne schauen und lachen, man darf nur nie aufgeben. Genau das habe ich letzten Sommer gemacht. Ich habe viel geweint und genau so viel hab ich auch gelacht. In einer so großen Stadt, fern von deiner Familie und deinen alten Freunden, wird dir erst bewusst, wie wichtig wahre Freunde im Leben sind. Es gibt hier nur einen Menschen dem ich blind vertrauen würde. Vielleicht klingt das traurig, doch vielleicht macht mich das auch zum reichsten Menschen der Welt! B <3

Je älter man wird, umso mehr weiß man viele Dinge zu schätzen. Ich denke jeder von uns träumt manchmal von den perfekten Sonntagen, an denen man mit seiner Familie am Frühstückstisch saß. Mama schneidet dir einen Obstteller und Papa guckt Formel1. Keine Sorgen – alles perfekt. Doch Sorgen und Ängste machen uns auch reifer. Ich habe in den letzten Monaten sehr viel gelernt, obwohl ich bereits 5 Jahre allein wohne. Krass, 5 Jahre schon!

Ich höre oft von Freunden, dass ich inzwischen ausgeglichener, glücklicher und reifer wirke. Und am häufigsten höre ich, dass ich privat ganz anders wirke, als auf Bildern. Natürlich ist auch das ein Image, welches wir verkörpern. Doch heutzutage vertrauen wir mehr auf das, was wir sehen und hören. Nicht auf das, was wir fühlen. Ich könnte jetzt seitenlang darüber berichten, warum Berlin das beste Beispiel dafür ist. Fakt ist, dass jeder die Wahl hat sich eines Besseren belehren zu lassen. Ob ich mit blondierten Haaren, langen Fingernägeln, blonden Extensions, aufgespritzten Lippen, viel zu vielen Tattoos und gemachten Brüsten eigentlich dumm bin? Selbstironie lässt grüßen.

Mit 24 Jahren bringt mich dann doch so schnell niemand mehr aus dem Konzept und das ist auch gut so! Hinter jedem starken Menschen steckt auch etwas Zerbrechliches. Doch man ist erst dann stark, wenn man auch zu dieser Seite stehen kann.

3 Comment

  1. Nathalie says: Antworten

    du redest mir aus der Seele *.*
    nur fehlen mir mut und Geld diesen Schritt zu gehen, ich träume schon lange von Berlin.

  2. Lilly says: Antworten

    Echt schön geschrieben . Kann ich gut nachempfinden .

  3. Elisa says: Antworten

    Wundershön gesagt Klingt als hät ich das geshrieben ! Weiter so hübshe bleib wie du bist ! Elisa

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