Beziehungkiller: Instagram?

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Ein Jahr ist es jetzt fast her, dass ich das letzte Mal etwas geschrieben habe. Und während sich so viel verändert hat, hat sich letztendlich doch gar nichts verändert!

Ich erinnere mich noch genau, wie ich in meiner kleinen Wohnung in Wedding saß, nachts, in meinem Bett. Oft lag ich nachts wach. Viel zu oft. Und leider verbinde ich diese Wohnung immer mit einem Stechen in meinem Herzen. Einerseits war sie mein „Anfang“ in Berlin, andererseits mein „Ende“.

Doch warum hab ich so lange nichts geschrieben? Ich konnte nicht, ich wollte nicht! Mein Kopf war einfach leer. Um ehrlich zu sein habe ich Social Media für viele negative Dinge in meinem Leben verantwortlich gemacht. Ich hatte das Gefühl mir wurde etwas genommen, etwas, das ich um jeden Preis haben wollte. Heute haben wir Mitte August und es fühlt sich an wie gestern. Noch vor einem Jahr hat es sich so befreiend angefühlt, einfach alles von der Seele zu schreiben. Und heute? Heute habe ich das Gefühl, mir könnte wieder etwas genommen werden. Doch ich habe etwas gelernt, die wenigsten Menschen gönnen dir dein Glück. Ich habe mich in vielen Menschen getäuscht, Menschen die mir ins Gesicht lachten. Und heute lache ich zurück..

Vor einer Woche habe ich mal wieder meine alte Spotify Playlist entdeckt und mich durch alte Lieder geklickt. Ein Lied kann so viel verändern, deine Stimmung von ganz oben nach ganz unten bringen. Es trägt so viele Erinnerungen, Gefühle und Emotionen in sich. In dieser Sekunde höre ich „Und was ist jetzt?“ von Curse und habe Tränen in den Augen. Tränen, weil ich dieses Lied mit so vielen schmerzlichen Momenten verbinde. Doch auch Tränen, weil ich immer noch zu dem selben Lied wie vor 10 Jahren heule.

Gibt es heutzutage eigentlich noch dieses Dating? Jemanden kennenlernen, sich treffen und schauen was draus wird? Während ich gedanklich schon unsere Handtücher mit Namen besticken lasse, warte ich auf seine Nachricht. Nichts! Dabei waren unsere Treffen doch so entspannt. Wir reden, lachen, erzählen private Dinge. Wir finden Gemeinsamkeiten und irgendwie fühlt es sich gut an. Und wo ist plötzlich das Interesse? – weg! Vielleicht gehen wir die Dinge mit zu viel Pessimismus an. Sein wir ehrlich, nach dem ersten Treffen warten wir auf seine Nachricht. 5 Minuten, 10 Minuten. Nichts? Er schreibt mir nicht, ich schreib ihm nicht. Lasset die Machtspiele beginnen!

Schließlich wollen wir nicht zu viel Interesse zeigen. Denn was man haben kann, das will man nicht. Dabei ist es doch die Angst, die Angst vor Abweisung. Viel zu oft wurde man schon enttäuscht, verletzt. Klar tut es weh. Das Gute ist, es tut uns allen gleich weh! Ich habe wunderschöne Freundinnen. Blond, braun, groß, klein, dick, dünn. Und während wir so unendlich unterschiedlich sind, so sind wir doch alle so unendlich gleich. Denn wir alle suchen nach Jemandem, der uns morgens auf die Stirn küsst, Sonntags mit uns auf der Couch liegt oder nachts mit uns Pizza bestellt. Es klingt so einfach, dabei ist es doch so schwer..

Heute wurde ich bei Instagram gefragt wie ich mit Liebeskummer umgehe. Ehrlich gesagt hatte ich schon eine Weile keinen richtigen Liebeskummer. Klar, eine kleine Schwärmerei. Doch dieses Stechen im Herzen, was einem fast die Luft nimmt? Nein. Und soll ich ehrlich sein? Ich bekomm nicht mal eine „Guten-Morgen-Nachricht“, kein „schlaf gut“, kein „wie gehts“. Hast du dich schon mal gefragt, was besser ist? Auf etwas zu warten, was nicht kommen wird. Oder gar keine Nachricht zu bekommen? Leider gibt es bei mir nur schwarz oder weiß, oben oder unten, hell oder dunkel. Und leider hatte ich auf die Frage keine passende Antwort parat.

Meistens sind es auch Vorurteile die uns halten. Ehrlich gesagt sehe ich in den meisten Männern nur noch Fuckboys. Ich kann sie nicht mehr ernst nehmen. Und was erwartet man(n) von mir? Dass ich mit 10 Männern gleichzeitig schreibe. Verdanken haben wir dieses Denken unserer Gesellschaft. Und wie sollte es anders sein, Instagram!

Einige haben meine letzte „Beziehung“ auf Instagram verfolgt. Gestern noch ein Pärchen Bild, heute Funkstille. Ein Thema, über das ich die letzten Monate nie gesprochen habe. Ein Thema, über das niemand von uns gern spricht. Gescheitert zu sein. Und warum? Weil meine Beziehung auf Instagram begann und auf Instagram endete! Doch warum haben wir eigentlich immer das Bedürfnis, alles auf Instagram zu teilen? Ich schätze, wir wollen unser Glück einfach teilen, voller Freude, weil man es gar nicht fassen kann. Heute weiß ich, dass nicht Instagram an meinem Scheitern Schuld war. Doch vor allem weiß ich, dass man das private Leben von der virtuellen Welt trennen sollte. Trennen, nicht geheimhalten!

Das amüsante ist, vor genau einem Jahr habe ich über genau die selben Themen geschrieben. Während sich also so viel verändert hat, hat sich letztendlich doch gar nichts verändert! Was will ich euch eigentlich damit sagen? Ich für meinen Teil glaube, dass alles seine Zeit hat. Ja, ich glaube an Schicksal. Genieß die Einsamkeit! Die Freiheit zu haben, zu tun was du willst! Den Wecker 20x klingeln zu lassen. Das Geschirr erst morgen abzuwaschen. Den Döner mit Zwiebeln zu essen. Spontan in den Urlaub zu fliegen. Die Beine heute mal nicht zu rasieren. Dich einfach mal im Spiegel anzuschauen und zu lächeln. Sei glücklich! – Erst wenn du all DAS hast, dann wirst du es auch teilen können.

7 Comment

  1. Kristina says: Antworten

    So ist es! Ich sehe diese Phase als Selbsfindungsphase, dass man sein innerliches Glück nicht von einem Partner abhängig machen darf.

  2. Arschie says: Antworten

    Den Döner mit Zwiebeln zu essen. …oh ja. Dieses ewige Thema, ich werde es nie verstehen, wo das Problem ist. Männer schicken Frauen doch auch nicht weg wenn sie zB. von Pferd kommen. Eine Beziehung/Ehe bedeutet doch genau dass man über so etwas hin weg sehen kann. Genau so, dass kaputte Dinge (Beziehungen) repariert werden aber nein wir leben in einer Wegwerf/Austausch Gesellschaft.
    Toller Beitrag! Vielen Dank.

  3. Peter Pan says: Antworten

    Was du hier schreibst widerspricht deinem Instagramprofil leider total. Hier klingt das alles sehr selbstreflektiert, reif und tiefgründig. Auf Instagram wirkst du wie ein oberflächliches Püppchen das um jeden Tropfen Aufmerksamkeit lechzt.
    Warum?

    1. cocoink says: Antworten

      Gut erkannt. Ich wirke, mehr brauche ich nicht antworten. Wie sollten ich denn auf nem Bild aussehen, um tiefgründig zu wirken? Und du bestätigst genau meine Texte – voller Vorurteile!!

      1. Peter Pan says: Antworten

        Ich beschreibe bloß was ich sehe, hier hinterfragst du dieses ganze socialmedia geposte aber andererseits musst du jeden Scheiss auf Instagram hochladen. Abgesehen davon gibt es da ausser Fotos auch Videos, da machst du auch den Eindruck als ob du viel Aufmerksamkeit nötig hättest, allein schon die Menge der uploads spricht für dich – Selbstdarstellung pur. Deine Blogtexte gefallen mir deutlich besser Schätzchen 😉

  4. Alice says: Antworten

    Ich kann dir einfach nur danken, danken das Du der heutigen Generation-Single aus der Seele sprichst ❤️

  5. Herzog says: Antworten

    Hey 🙂 also ich verstehe dich voll und ganz. Social Media ist halt so eine Sache wo sehr viel Vertrauen dazu gehört, was es leider heutzutage immer seltener gibt.

    Und das typische Dating würde es noch geben, wenn die Leute nicht so verschlossen und defensiv wären. Natürlich ist es auch ein Selbstschutz der dadurch entstanden ist was man erlebt hat, aber das bringt einen auch nicht weit, zumindest nicht auf dauer. Wenn man eine Frau heutzutage zum Essen einlädt, denken die meisten direkt das er danach nur ins Bett will als Gegenleistung und blocken ab. Aber was ist wenn er es ernst meint? Irgendwann kommt halt diese eine Person die dich wirklich mit allen Ecken und Kanten akzeptiert, mit dir lacht und auch bei dir ist wenn du traurig bist. Es aber dadurch vermasselt wird weil man Angst hat, darauf einzugehen, sich nicht öffnet und über alles redet.

    Und bezüglich was Peter Pan geschrieben hat, wer zeigt schon auf Instagram oder Facebook gerne seine Gefühle und Schwächen? Da präsentiert man sich halt von seiner besten Seite, das ist völlig normal.

    PS: Ich würde dich zum essen einladen, dann auf eine Techno gehen und am nächsten Morgen irgendwo auf einer Wiese unter der Sonne über Gott und die Welt quatschen, so lernt man sich am besten kennen. 🙂

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