Mein Weg nach Berlin – Da wo alles begann!

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Beginnen wir im Jahr 2011: ich war zarte 19 Jahre und hatte grad mein Abitur in der Tasche. Plötzlich begann der Ernst des Lebens, so viele Möglichkeiten, so wenig Plan..

Doch seien wir ehrlich, ich hatte mit 19 absolut gar keine Ahnung wie, wo, was ich später mal „werden“ möchte. Noch weniger Lust hatte ich auf Arbeiten, somit kam für mich nur ein Studium in Frage. Eigentlich wollte ich immer etwas in Richtung Kunst studieren, doch wie viel Perspektive hat man mit einem Kunstabschluss? Neben Architektur bewarb ich mich also noch für etwas ganz kreatives: International Management. Mit einem Durchschnitte von 2,8 hatte ich in Städten wie Berlin natürlich keine Chance und so entschied ich mich schlussendlich für die Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg. Ob diese Entscheidung ein Fluch oder ein Segen war? – Das weiß ich bis heute nicht.

Ich erinnere mich noch so gut an die erste Nacht in meiner eigenen Wohnung. Damals hab ich mich so erwachsen gefühlt, meine eigenen 4 Wände, in denen ich machen kann was ich will. Hach, war man nicht naiv? Wenn ich heute über Magdeburg spreche, dann habe ich wenig positive Worte für diese Stadt über. Doch ich bin in dieser Stadt erwachsen geworden und habe Entscheidungen getroffen, die mein ganzes Leben beeinflussen sollten. Auch wenn ich mich ungern mit dieser Stadt identifiziere, sie war knapp 4 Jahre Teil meines Lebens.

An die ersten 3 Semester meines Studiums habe ich eigentlich nur gute Erinnerungen. Ich denke jeder wird seine „Studienzeit“ als einen sehr aufregenden Lebensabschnitt beschreiben. Plötzlich musst du selbstständig sein und hast auf der anderen Seite so unglaublich viele Freiheiten. Niemand fragt wann du heim kommst, warum überall Geschirr rumsteht, warum du Montagabend schon betrunken bist und warum du Dienstagmorgen nicht in der Uni sitzt.

Und genau so sahen meine ersten Semester auch aus: Morgens saß ich mit einem Kater in der Uni, spielte gelangweilt mit meinem Handy, während der Prof was von Wirtschaftspolitik erzählte und versuchte dabei nicht einzuschlafen. Mittags verbrachte ich in der Cafeteria und hielt Ausschau nach meinem Schwarm. Auch wenn ich schnell Freunde in der neuen Stadt gefunden habe, so bin ich nie richtig mit der Uni warm geworden. Alle waren so… anders?

Plötzlich hat sich vieles in meinem Leben verändert. Manche Dinge im Leben kannst du nicht beeinflussen, doch sie beeinflussen dich! Auch ich bin ein Scheidungskind und auch wenn ich die Scheidung meiner Eltern nicht für alles Schlechte verantwortlich machen möchte, so hat sich doch sehr vieles in meinem Leben verändert. Weg war die Unbeschwertheit, die Freiheit, die Euphorie. Wie schwer diese Zeit wirklich für mich war habe ich allerdings erst Jahre später realisiert. Um ehrlich zu sein kann ich mich kaum noch an die letzten Jahre in Magdeburg erinnern, als würden sie wie ein grauer Film an mir vorbei ziehen. Von da an fing ich an diese Stadt zu hassen. Die Menschen, die Uni, den Alltag…

Doch ich habe zu dieser Zeit einiges über mich selbst gelernt, stark zu sein. Ich glaube sehr fest an Schicksal, dass jeder unserer Entscheidungen einen bestimmten Grund hat. Dort begann er also, mein Weg nach Berlin …

3 Comment

  1. Bittel says: Antworten

    ..,..auf dem Weg, wohin auch immer. Ich werde bei dir sein. Mami

    1. cocoink says: Antworten

      ich weiß <3

  2. Basti says: Antworten

    Ich kann mich sehr gut mit deiner Erfahrung identifizieren.
    Bei mir fing alles im Jahr 2012 in Weiden an, als ich mit meinem Abitur fertig war, begann ich dort mein BWL Studium.
    Natürlich hätte ich pendeln können, doch das kam für mich nicht in Frage, denn ich wollte erwachsen werden, so wie du und deshalb suchte ich mir meine eigenen vier Wände, in denen ich machen konnte, was ich wollte.
    Niemand schrieb mir vor was ich zu tun und zu lassen habe, wann ich in die Uni gehen und wann ich Abends wieder Zuhause sein sollte.
    Die Stadt Weiden war allerdings nicht meine erste Wahl. Ich wäre lieber nach Hamburg, Berlin oder München gezogen, um zu studieren,d och leider muss man sich irgendwann damit abfinden und das Beste aus der Situation machen.
    Dennoch habe ich sehr schnell Fuß fassen können und kam mit den Leuten an der Uni relativ schnell ins Gespräch.
    Einige Jahre war Weiden für mich ein Teil meines Lebens, doch je länger ich dort war, umso mehr bekam ich das Gefühl, dass ich mich nicht mit der Stadt identifizieren konnte und mein Herz etwas anderes im Sinn hatte.
    Ich saß in der Uni…die ersten paar Minuten waren ja noch einigermaßen spannend, aber auch ich zog irgendwann mein Handy aus der Tasche und beschäftigte mich mit ganz anderen Dingen, mit Dingen, die absolut nichts mit meinem Studium zu tun hatten.
    Natürlich ist es für jeden von uns wichtig, irgendwann seinen persönlich richtigen Weg zu finden und diesen auch konsequent zu gehen, denn nur dann denke ich, können wir unser Bestes geben,ohne dass wir den Anschein haben, nicht das Richtige getan zu haben.
    Meine Studienzeit war ein großer und ein einschneidender Lebensabschnitt für mich.
    Ich habe gelernt selbstständig zu arbeiten, selbstständig für mich zu sorgen und auf eigenen Beinen zu stehen.
    Dadurch bin ich ein großes Stück an mir selbst gewachsen und konnte mir selbst beweisen, was alles möglich ist, wenn man stark bleibt.
    Ich hoffe, dass dich mein Text nicht allzu sehr überrumpelt, aber ich kann deine Gedanken und Erfahrungen sehr gut nachvollziehen, denn es erging mir teilweise genauso wie dir.

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